Der Krieg 1866 um die Vorherrschaft in Deutschland

Schlacht bei Königsgrätz – Gemälde von Georg Bleibtreu / Quelle: www.h-bruchwitz.de
Schlacht bei Königsgrätz – Gemälde von Georg Bleibtreu / Quelle: www.h-bruchwitz.de

Das Jahr 1866 sollte zu einer besonders schweren Prüfung für den jungen König werden. Der König war in eine Zeit hineingeboren wurden, in der die Preußen die Einigung deutscher Lande unter preußischer Führung energisch betrieben. Vom 15. Juni bis zum 26. Juli wurde der Krieg zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft in Deutschland ausgefochten. Bayern stand mittendrin. Auf der Seite Österreichs. Und Ludwig II. hatte überhaupt keine Lust, seine Truppen in den Krieg zu senden, geschweige denn die Verantwortung für das Blutvergießen zu tragen.

Niederlage der bayerischen Truppen

Als am 15. Juni 1866 preußische Truppen in Sachsen einmarschiert waren, mussten sich die österreichischen Verbände einem Zweifrontenkrieg stellen, während die Mobilmachung der partnerschaftlichen Armeen auf sich warten ließ. Im Süden musste man sich gegen die mit Preußen verbündeten Italiener erwehren und in Böhmen stand man dem preußischen Heer gegenüber. Ende Juni bereits hatten die Preußen die Verbände Hannovers eingekesselt. Als die Hannoveraner kapitulieren, waren die Bayern noch gar nicht zum Einsatz gekommen. Erst am 2. Juli 1866 rief König Ludwig II. sein Volk zum Kampf auf. Der der Krieg war da im Grunde schon fast gelaufen. Denn schon am 3. Juli 1866 erlitten die Österreicher im böhmischen Königsgratz eine empfindliche Niederlage.

Zu den ersten Gefechten auf fränkischen Territorium kam es nach diesem Gefecht bei Königsgratz. Die unzureichend ausgebildeten bayerische Armee wurden schnell nach Schweinfurt und Würzburg zurückgedrängt. Im “Mainfeldzug” bei Uettingen schlug man am 25. und 26. Juli 1866 schon die letzte Schlacht des Krieges, in der die Preußen über die bayerische Armee siegte. Unter der Vermittlung von Napoleon III. zeichnete Österreich und Preußen am 26. Juli 1866 den Vorfrieden von Nikolsburg.

Der König ist deprimiert

Wenn die Vertretung nach außen verlorengeht, wenn Wir unter Preußens Hegemonie zu stehen kommen, dann fort, ein Schattenkönig ohne Macht will ich nicht sein!

Ludwig II. an Richard Wagner

Ludwig II. war zu dieser Zeit fern seiner Truppen, was ihm arg verübelt wurde. Seine Mutter hatte in Franken die Feldlazarette organisiert. Prinz Ludwig, der spätere König Ludwig III., wäre im Kampf beinahe gefallen. Sein Bruder Otto war ebenso bei den Truppen. Doch König Ludwig II. verweilte auf der Roseninsel im Starnberger See und haderte mit sich und dem Geschehen. Die Konsequenzen des Kriegen müssen ihm bewusst gewesen sein. An Wagner schrieb er: “Oh wie furchtbar, wie entsetzlich traurig sieht es in der Welt jetzt aus. [...] Gott gebe, dass Bayerns Selbständigkeit gewahrt werden kann; [...] wenn die Vertretung nach außen verlorengeht, wenn Wir unter Preußens Hegemonie zu stehen kommen, dann fort, ein Schattenkönig ohne Macht will ich nicht sein!”

Folgen des Krieges

Am 20. und 21. Juli 1866 hatten sich die Außenminister Bayerns, Württembergs und Badens auf einen Waffenstillstand – gemeinsam mit Österreich – geeinigt. Man erhoffte die Bildung eines südlichen Staatenbundes. Als der Ministerratsvorsitzende und Außenminister Bayerns von der Pfordten in Wien eintraf, hatte Österreich aber bereits einen Waffenstillstand geschlossen. Das ging für die Bayern alles viel zu schnell. Der Deutsche Bund wurde aufgelöst und am 18. August 1866 der Norddeutsche Bund gegründet. Bayern blieb unabhängig, ebenso wie Württemberg und Baden. Und Österreich wurde aus der gesamtdeutschen Politik zurückgedrängt. Im Rahmen der Friedensverhandlungen wurde den süddeutschen Staaten ein Schutz- und Trutzbündnis auferlegt.