Die Lieblingsdinge von König Ludwig II. – Eine Zusammenfassung

Ludwig XIV. von Frankreich war ein großes Idol für König Ludwig II. von Bayern
Ludwig XIV. von Frankreich war ein großes Idol für König Ludwig II. von Bayern

Wie jeder Mensch, hatte König Ludwig II. einen ganze Reihe von Lieblingen und Lieblingsdingen. Als Monarch über das über schon viele Jahrhunderte bestehende Königreich Bayern standen ihm nur ganz andere Mittel zur Verfügung, um seinen Leidenschaften nachzugehen. Seine Kindheit freilich bestand aus viel Verzicht. Als Herrscher bot ihm kaum jemand Einhalt. Seine Bauleidenschaft artete letztlich in einer Bausucht aus, wobei die entstandenen Finanzierungsproblem für seine Schlossbauten auch den Anfang seines Endes einläuteten. Einiges von dem, was und wen König Ludwig II. besonders mochte, soll im Folgenden gedrängt dargestellt werden.

Komponist: Richard Wagner

Richard Wagner
Richard Wagner

Sieht man von seiner Bautätigkeit ab ist Richard Wagner zweifelsfrei die größte Liebe von König Ludwig II. Für ihn wollte er sterben. Wagner zog er seiner eigenen Braut vor. Schon in jungen Jahren kam Ludwig II. mit den Werken Wagners in Berührung. Und gleich nach seiner Thronbesteigung rettete er Wagner vor dem Ruin. Er kaufte sich seine zukünftigen Werke. Ungeduldig harrte er auf deren Aufführung. Und Verzögerungen bei der Aufführung unterband er zur Not auch mit Macht. Ein Festspielhaus wollte als Wagner-Tempel in München errichten. Als die Pläne in München fehlschlugen, stützte er Wagner finanziell beim Aufbau der Festspiele in Bayreuth. Die Freundschaft der beiden war kompliziert und von vielen unverstanden, doch sie hielt bis in den Tod. Und eines wusste auch Ludwig II. genau: Ohne seine Zuwendung zu Wagner, wäre wohl nie dessen Werk mit Weltruhm entstanden.

 

Dichter: Friedrich Schiller

Friedrich Schiller, Gemälde von Anton Graff
Friedrich Schiller, Gemälde von Anton Graff

Nicht nur mit dem Werk Wagners wurde Ludwig II. schon in jungen Jahren vertraut, auch das Werk von Friedrich Schiller tat es ihm gewaltig an. Der Pathos, der aus den Werken des Dichterfürsten in Überfülle schwappt, hat den Monarchen wohl ganz für sich gewonnen. Er las viel Schiller und im Theater lief Schiller rauf und runter – natürlich auch bei den Separatvorstellungen für Ludwig II. Und: Der König begab sich auch auf Spurensuche. Die Schauplätze der Tell-Sage in der Schweiz suchte er mehrere Male auf. Zuletzt nahm er sogar den Schauspieler Kainz mit auf die Reise und schleppte ihn auf den Rütli und die Tell-Platte, wo er aus dem Meisterwerk rauf und runter rezitieren sollte (was er aber kaum tat, weil der Schauspieler viel zu erschöpft dazu war). Eine weitere Reise nach Reims/Frankreich führte Ludwig II. auf die Spuren der Jungfrau von Orleans.

 

Monarch: Ludwig XIV. von Frankreich – der “Sonnenkönig”

Ludwig XIV. von Frankreich, Gemälde von Charles Le Brun, 1661
Ludwig XIV. von Frankreich, Gemälde von Charles Le Brun, 1661

Ludwig XIV. von Frankreich (1638–1715) ist die Symbolfigur für den höfischen Absolutismus schlechthin. Als “Sonnenkönig” ging er in die Geschichte ein. Das höfische System vervollkommnete der Monarch derart, dass der gesamte Hofadel ausschließlich von ihm, dem König abhängig war. Diese besondere Stellung des Gottgleichen wurde durch das Hofzeremoniell bis ins kleinste Detail geregelt und durch prunkvolles Auftreten in allen Facetten herausgestellt. “Der Staat bin ich!” war sein Leitsatz. Das Majestätsempfinden von König Ludwig II. wurde sehr von diesem Vorbild geprägt. Ludwig II. verschlag quasi alles an Literatur, was er von Ludwig XIV. in die Hände bzw. zu lesen bekam. Auf zwei Frankreichreisen begab er sich auch auf die Spur des Sonnenkönigs. Dabei wurde er besonders von seinen Schlossbauten beeindruckt. Und zwar derart, dass er insbesondere Versaille nachbauen ließ, bloß ein wenig vollkommener. Schloss Linderhof und Schloss Herrenchiemsee – beides sind sie zu Stein gewordene Feste im Stil französisch barocker Baukunst. Schon ganz am Anfang seiner Königslaufbahn ließ er seine Wohnräume in der Münchner Residenz im Stil des Sonnenkönigs einrichten.