Kronprinz Ludwig und sein Taschengeld

Bayerischer 1/2 Gulden mit dem Abbild von König Maximilian II., 1850
Bayerischer 1/2 Gulden mit dem Abbild von König Maximilian II., 1850

Ludwig und sein Bruder erhielten mit Beginn ihrer Schulzeit auch Taschengeld. Das erste Taschengeld erhielt er am 1. april 1856. Viel war es nicht: Anfänglich erhielt er monatlich 12 Gulden, von Juni 1856 an waren es 25 Gulden. Und gerade deshalb wurden die Prinzen wohl auch zum “Haushalten” angeregt. Vielmehr zum Buchhalten. Denn König Max II. zwang seine Söhne, dass sie Buch über die Ein- und Ausgaben halten sollten. Die Ausgabezettel hatte der Prinz eigenhändig zu unterschreiben. Für den König war es eine Maßnahme zur Erziehung zu Sparsamkeit. Ludwig war es wohl eher leidig. Als er den Thron Bayerns bestieg, gab er die Buchführung unverzüglich auf.

Mit seinem Taschengeld wollte Ludwig durchaus Freude stiften. Das Geld gab er für Almosen, Geschenke und Blumenbukette aus, aber auch für Handschuhe und Süßigkeiten. Von seinem ersten Taschengeld kaufte er seiner Frau Mutter ein Medaillon und wollte damit seine Zuneigung ausdrückt. Unglücklicherweise wertete die Königin diesen Akt aber wohl als ein Zeichen von Verschwendungssucht. Seit 1862 sparte Ludwig sein Taschengeld auf und kaufte dafür im Dezember Weihnachtsgeschenke. Aber auch einen Statuette von Wilhelm Tell (1860) und die “Tell-Sage” (1863) kaufte er sich. Das Schiller-Drama hatte es ihm angetan.

Zu seinem 18. Geburtstag wurde sein Taschengeld erhöht. Er erhielt etwa 50 Mark. Nur wenige Monate später sollte er aber über ganz andere Summen verfügen – als König Ludwig II. von Bayern. Später gab Ludwig II. bis zu 300.000 Mark allein für Wihnachtsgeschenke aus!