Graf Dürckheim wird Flügeladjutant unter König Ludwig II. – Geschichte eines “Pistolenduells”

Alfred Graf von Dürckheim-Montmartin kam durch das beabsichtigte Duell mit Prinz Arnulf von Bayern in den Dienst von König Ludwig II.
Alfred Graf von Dürckheim-Montmartin kam durch das beabsichtigte Duell mit Prinz Arnulf von Bayern in den Dienst von König Ludwig II.

Als im Jahr 1883 der vermeintliche gehörnte Alfred Graf von Dürckheim-Montmartin seinen eigenen Chef, den Prinzen Arnulf von Bayern, zum Duell fordert, wird die Angelegenheit schnell ein ganz großes Ding. Sogar König Ludwig II. wird in die Sache einbezogen. Der zeigt sich verständig gegenüber Dürckheim und macht ihn schließlich zu seinem Flügeladjutanten, während Arnulf den Spott erntet.

Graf Dürckheim fordert Prinz Arnulf zum Duell und überhäuft ihn mit Beleidigungen

Graf Dürckheim-Montmartin war zwischen 1878 und 1883 Hofmarschall in den Diensten von Prinz Arnulf von Bayern. Beide waren viel gemeinsam auf Reisen. Auf einer dieser lernte der Graf seine Gattin kennen – eine schöne, anmutige und liebenswürdige junge Dame, die Ururenkelin der Kaiserin Katharina von Russland. Aber auch Prinz Arnulf verknallte sich in die Schöne. Er schrieb ihr Briefchen. Und sie wies seine Werbungen scheinbar nicht eindringlich genug zurück. Einen der Briefe fing Dürckheim schließlich ab. Unverhohlen forderte er den Prinzen zum Duell mit gezogenen Pistolen. Er wollte seine Ehre – die im Übrigen noch gar nicht besudelt war – wiederherstellen. Dürckheim informierte auch Prinz Leopold darüber, dass er Arnulf zum Pistolenduell forderte. Er wollte, dass “ein Mitglied des königlichen Hauses Kenntnis von der Sache habe, falls das Duell einen ernsten Ausgang nähme”.

Prinz Leopold riet zunächst zu einer persönlichen Aussprache Dürckheims mit seinem Bruder. Bei dieser ließ Dürckheim seiner Entrüstung freien Lauf. Er überhäufte den Prinzen mit den schweren Beleidigungen und kündigte ihm seinen Dienst als Hofmarschall. Prinz Arnulf empfing den Sekundanten Dürckheims, der von diesem Zwischenfall keine Kenntnis hatte, nahm den Zweikampf ohne weiteres an. Und er verschärfte die Regel: Er wollte nur fünf Meter Barriere und einen „Kugelwechsel bis zur absoluten Kampfunfähigkeit”. Flügeladjutant Major Graf Lerchenfeld erklärte sich als “Unparteiischer” aber nur bereit, wenn man es bei einem einmaligen Kugelwechsel bewenden ließ.

Die Prinzen Leopold und Ludwig funken dazwischen

Der Zweikampf sollte am folgenden Morgen stattfinden. Ein Arzt war bestellt. Alle Vorbereitungen waren getroffen. Doch Prinzen Leopold und Prinz Ludwig traten dazwischen. Sie behaupteten einfach, es sei noch nie vorgekommen, daß sich Mitglieder des königlichen Hauses duelliert hätten. Das Familienstatut würde es sogar verbieten! Prinz Arnulf beugte sich und seine beiden älteren Brüder schlugen vor, dass sich beide gegenseitig entschuldigen, Dürckheim zuerst, und Dürckheim läßt sich aus dem Regiment und der Garnison versetzen.