Lohengrin auf dem Alpsee

Foto: © Günter Havlena / pixelio.de
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Die Münchner Wogen über Richard Wagner schlug bereits sehr hoch, als er vom 11. bis 18. November 1865 bei Ludwig II. in Hohenschwangau verbrachte. Der Besuch Wagners aber hatte dem König aber dermaßen die Stimmung gehoben, dass dieser nach Wagners Abreise seine ganz persönlichen Wagner-Festspiele veranstaltete – en miniature. Das Ereignis ist in der Chronik von Schloss Hohenschwangau verzeichnet:

Es ist der 21. November. Der Theatermaschinist Penkmayr hatte eben ein prachtvolles Feuerwerk über dem Alpsee abgebrannt. Da stellte man schon eine Szene aus Wagners “Lohengrin” auf dem Alpsee nach: Die Ankunft des Schwanenritters. Eine bessere Szene hatte man für dieses malerische Stückchen Erde sicher auch kaum finden können. Ein großer, kunstreich nachgebildeter Schwan zog einen Kahn mit Lohengrin an Bord. Darauf befand sich Ludwigs Flügeladjutant Paul von Taxis, der den Schwanritter Lohengrinmimte. Den Schwanenritter beleuchtete man dabei mit einem elektrischen Licht. Dazu wurde die entsprechende Musik aus dem Lohengrin gespielt. Live versteht sich, anders gings damals noch gar nicht. Und weil dieses Schauspiel Ludwig II. derart begeisterte, wurde das ganze am darauf folgenden Tag noch einmal wiederholt.