Der drohende Krieg zwischen Preußen und Österreich

Die Frage der Vorherrschaft in den Gebieten von Schleswig und Holstein, die Preußen und Österreich im Krieg 1864 gegen die Dänen erbeuteten, war Vorwand für den preußisch-östereichischen Krieg. Das Gemälde von Jørgen Valentin Sonne zeigt die Schlacht bei Düppel, die Entscheidungsschlacht im Deutsch-Dänischen Krieg
Die Frage der Vorherrschaft in den Gebieten von Schleswig und Holstein, die Preußen und Österreich im Krieg 1864 gegen die Dänen für sich besetzten, war Vorwand für den preußisch-östereichischen Krieg. Das Gemälde von Jørgen Valentin Sonne zeigt die Schlacht bei Düppel, die Entscheidungsschlacht im Deutsch-Dänischen Krieg

1864 hatten sich Österreich und Preußen Seite an Seite gegen Dänemark erhoben. Der Krieg wird heute als der erste den drei deutschen Einigungskriege eingeordnet. Im Ergebnis dieses Krieges fielen die Herzogtümer Sachsen-Lauenburg und Schleswig an die Preußen und das Herzogtum Holstein an die Österreicher. Otto von Bismarck hatte den Regierungen deutscher Staaten Vorschläge zur Bildung eines deutschen Bundesstaates unterbreitet. Der Streit um die Verwaltung der Herzogtümer Schleswig und Holstein war Vorwand für die kriegerische Auseinandersetzung 1866. Preußische Truppe marschierten am 9. Juni in Holstein ein. Durch die Mehrheit des Bundestages des Deutschen Bundes unterstützt, erwirkte Österreich die Mobilmachung gegen Preußen, das daraufhin am 14. Juni 1866 aus dem Deutschen Bund austrat und den Bund für aufgelöst erklärte.

Friedensbemühungen Bayerns

Der junge König führt sein indolentes Leben fort und sieht im Grunde nur den Pianisten Bülow. Er sagt: ‘Ich will keinen Krieg!’ und bekümmert sich des weiteren nicht um die Sache.

Gustav Gaf von Blome, österreichischer Gesandter am bayerischen Hof

König Ludwig II. reagierte mit Bestürzung, als er im Februar von Minister von der Pfordten über die drohende Kriegsgefahr unterrichtet wurde. Bismarck hatte den bayerischen Ministerratsvorsitzenden für seine Bundesreform gewinnen wollen und den Bayern eine Vorherrschaft in den süddeutschen Staaten in Aussicht gestellt. Die Bayern versuchten den Frieden durch Vermittlung nach allen Seiten hin zu wahren. Nach seiner Regierungsübernahme hatte Ludwig II. das Außenministerium gedrängt, sich intensiv für den Erhalt des Friedens einzusetzen. Die Bayern wollten den Konflikt um Schleswig und Holstein entschärfen. Sie distanzierten sich auch zunehmend von dem innerlich zerrissenen Österreich. Im Oktober 1865 erkannte Ludwig II. das nach der Unabhängikeit von Österreich strebende neue Königreich Italien an, was die Österreicher stark enttäuschte. Wagner vermissend, zieht sich König Ludwig II. immer mehr in die Abgeschiedenheit zurück.