Buchgenuss und Zigarettenqualm – Ludwigs Lieblingsmarke Laferme

Zigaretten aus der Fabrik Laferme Dresden - Werbung 1897
Zigaretten aus der Fabrik Laferme Dresden - Werbung 1897

Leiblichen Genüssen war Ludwig II. durchaus nicht abgeneigt. Ja, er liebte Pralinen, Champagner und Zigaretten. Zur Lektüre die rauchte er gern. Und zwar eine Zigarette seiner Lieblingsmarke der sächsischen Marke “Laferme” – nebst einem guten Tropfen Wein. Die Zigarette war damals quasi der neueste Schrei!

In Deutschland war die Zigarette also solche nämlich – wie in anderen europäischen Ländern – bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unbekannt. Joseph Huppmann führte sie von St. Petersburg aus ein. Er richtete 1861 in Dresden eine Filiale seiner St. Petersburger Zigarettenfabrik ein. Unter dem Namen „Laferme“ wurden ein Tabakschneider und sechs Arbeiterinnen beschäftigt, die die Zigaretten anfertigten.

Einige Exemplare des Königs sind dank Prinz Alphons von Bayern erhalten geblieben. Dieser hatte das Zigarettenetui des Königs nach den unglücklichen Geschehnissen in Schloss Berg, bei denen der König aus immer noch ungeklärten Ursachen den Tod erleidete, an sich genommen. Er übergab die darin befindlichen Zigaretten der Hofverwaltung, die diese in einem Kästchen aufbewahrte, das Ludwig einst seiner Braut, der Prinzessin Sophie Charlotte in Bayern, geschenkt hatte. Die Zigaretten wurden in einem Umschlag aufbewahrt mit der Aufschrift: “Die letzten Cigaretten aus dem Etui des Königs Ludwig II. von Bayern, Berg 6 / VII.86″.