Ludwig II. und seine Pferde

Hagibert, ein Pferd von König Ludwig II. von Bayern, Ölgemälde, Friedrich Wilhelm Pfeiffer
Hagibert, ein Pferd von König Ludwig II. von Bayern, Ölgemälde, Friedrich Wilhelm Pfeiffer

König Ludwig II. war ein hervorragender Reiter. Reiten gehörte zu seinen Lieblingssportarten. Auf dem Pferde machte er eine überaus gute Figur, wofür man ihn beneidete. Gerade in seinen jungen Regierungsjahren war er unentwegt hoch zu Ross unterwegs, oftmals in schnittigem Tempo. Nicht selten waren sie lang ausgedeht. Tagesritte oder sogar noch länger. Dem Oberstallmeister erteilte Ludwig II. nach seinem Regierungsantritt sogleich den Befehl, eine Liste aller Reitpferde des königlichen Stalles anzufertigen. Denn der König beabsichtigte, jedes dieser Pferde der Reihe nach zu reiten. Ganze Tage brachte er zu Pferde zu. Und er ritt in Windeseile!

Es gibt zwei Gemälde, die Ludwig zu Pferde zeigen. Doch auch seine Leibreitpferde ließ er in Öl bannen. Vor den Hintergründen seiner liebsten Aufenthaltsorte ließ er die Pferde samt Stallvom Maler Friedrich Wilhelm Pfeiffer porträtieren. Zwischen 1866 und 1880 entstanden 26 Gemälde von den Pferden des Königs. Heute gehören die Bilder zu den Beständen des Marstallmuseums in Schloss Nymphenburg.

Soeben durch den k. Bereiter Richard Hornig überbrachtem mündlichen, Allerhöchsten Befehl zufolge, sollen Sie das Bild des Leibreitpferdes Eboli in gleicher Weise wie die früheren anfertigen indem man Ihnen von diesem allerhöchsten Auftrage Kenntniß gibt, bemerkt man, daß bezüglich des landschaftlichen Theils des Bildes von cf. Hornig nachts bestimmt wurde, dann daß das betr. Pferd in Schloß Berg sich befindet und endlich daß der k. Cabinetts Cassa behufs seinerzeitiger Bezahlung des Bildes von dem Allerhöchsten Auftrag Kenntniß gegeben wurde.

Holnstein

Befehl von König Ludwig II. an den Maler Pfeiffer, 26.05.1869