Bankraub zur Geldbeschaffung für die Schlossbauten

Als sich die finanzelle Lage von König Ludwig II. weiter zuspitzt und seinen Bauprojekten erneut ein Stopp droht, scheint der König zu allen Mittel bereit. Er schickt Gesandte in die ganze Welt, um nach Darlehen zu bitten. Seine Schlossbauten will er um jeden Preis vollenden. Zum Teil schickt er Leute parallel mit dem gleichen Auftrag, ohne dass diese von den anderen wussten. Sie erhalten wohl nur Zettel, auf der die Summe steht, die sie zu beschaffen haben. Wie auch immer. Vielmehr war es nur eine Zahl, bei der man wohl das Wort “Millionen” weg ließ, weil das ohnehinklar zu sein schien… Und scheinbar gab er sogar einen Bankraub in Auftrag. Graf Lerchenfeld erzählt eine entsprechende Geschichte:

Im Winter 1886 schickte Ludwig II. demnach treue Bedienstete nach Frankfurt am Main. Diese sollten im Bankhaus Rothschild einbrechen und die für seine Bauvorhaben benötigten Millionen stehlen. Die Leute sollen auch tatsächlich dorthin gefahren sein, doch – anstatt zu rauben – verbrachten sie einige Tage in Frankfurt und reisten dann wieder unverrichteter Dinge ab, zurück nach München. Vermutlich diskutierten sie in Frankfurt eingängig eine stichhaltige Ausrede für ihr Versagen. “Schon am Bahnhof in München wurden sie von anderen Emissionären des Königs erwartet, die den Auftrag hatten, die Rothschildschen Millionen ihnen abzunehmen und dem König zu bringen”, schilderte Graf Lerchenfeld. Diese waren aber, sie hatten ja ein paar Tage dafür Zeit, bestens vorbereitet und logen, ein unglücklicher Zufall hätte das Unternehmen vereitelt. Und sie vertrösteten auf ein nächstes Mal, das aber dann doch nicht stattfand.