Dreiste Einbrüche in Schloss Linderhof

Innenansicht vom Maurischen Kiosk auf dem Gelände von Schloss Linderhof. In den kiosk brachen drei dreiste Diebe im September 1878 ein und entwendeten sechs Kunstgegenstände im Wert von 30.000 Gulden.
Innenansicht vom Maurischen Kiosk auf dem Gelände von Schloss Linderhof. In den kiosk brachen drei dreiste Diebe im September 1878 ein und entwendeten sechs Kunstgegenstände im Wert von 30.000 Gulden.

Einbrüche in Wohnungen sind kein Kavaliersdelikt und die Polzei wird in unseren Tagen quasi täglich mit diesem Thema konfrontiert. Aktuell gehen sogar die Meldungen die Presse rauf und runter, dass die Wohnungseinbrüche sich häufen. Doch der Einbruch in die Wohnung des Königs ist dann doch noch eine andere Nummer. Auch damals schon, noch zu Lebenzeiten von König Ludwig II., waren seine Schlösser im Visier von Diebesgesindel.

Bekannt wurde ein Einbruch von zwei jungen Männern am 30. Oktober 1877 in das Schloss Linderhof. Hier ließen sie einige Gegenstände mitgehen. Der Einbruch wurde aber schnell entdeckt und Telegramme in die umliegende Gegend versand. So konnte einer der Diebe in Tölz aufgegriffen werden. Das Diebesgut fand unbeschadet seinen Weg zurück.

Ein Jahr später brachen gleich drei freche Diebe in den Kiosk der Sommerresidenz von Ludwig II. ein. Dabei ließen sie zwei japanesische Schalen, eine Stehuhr, eine Teekanne mit Untersatz, einen goldbestickten Tischteppich und den Schweif eines künstlichen Pfauen mit imitierten Edelsteinen im Wert von 30.000 Gulden mitgehen. Auch hier wurde der Diebstahl telegraphisch in der Umgegend angezeigt. Auch die Gendarmerie in Innsbruck wurde dabei benachrichtigt.

Am 7. September 1878 fielen dem Innsbrucker Gendarmerie-Postenführer Bortolo Dalbero in einem Bierschanke in der Hofgasse gegen Abend drei Burschen aus dem Nonsberge verdächtig auf. Er bat sie, sich auf das Revier zu begeben, wo sie sich ausweisen sollten. Auf der Straße draußen flohen die drei in verschiedene Richtungen. Einem der Flüchtlinge konnte der Gendarm mit gezogenem Säbel folgen. In der Seilergasse wurde der Flüchtige von einem Blumenmacher aufgehalten, so dass er verhaftet werden konnte. Die anderen beiden konnte man nicht entdecken.

Wie die Gendarmerie herausfand, wurde in einer Pfandleihanstalt die gestohlene Stehuhr versetzt. Mit dem Geld gingen die Diebe in die Kneipe, wo sie von den Gendarmen aufgefunden wurden. In der Reisetasche des Diebes wurde auch der entwendete Teppich gefunden. Ebenfalls fand man einen Brief, welcher auf eine ganze Verbrecherbande schließen ließ. “Die Kerle hatten bereits zur Beförderung nach dem Süden eine Kiste mit den übrigen gesuchten Wertgegenständen aufgegeben, welche in Beschlag genommen und hier deponiert werden konnten. Die zwei flüchtig gewordenen Individuen werden von der Gendarmerie mit allem Eifer, hoffentlich aber auch mit dem gewünschten Ergebnis, verfolgt”, berichtet die Garmischer Tageszeitung. Der gefangene Dieb war ein 23-jähriger Bergarbeiter Georg Zuech aus Brez. In einem Zivilprozess in Innsbruck wurde er zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.