Eduard Riedel

Eduard Riedel (1813–1885) war der Sohn eines königlich-bayerischen Kreis- und Regierungsbaumeisters. Er trat in die Fussstapfen seines Vaters und studierte Architektur – zunächst in Bayreuth, wo er auch geboren wurde, und später in München. Ein Stipendium ermöglichte Eduard Riedel 1839 bis 1840 eine Studienreise nach Italien. Nach seiner Rückkehr leitete er den Neubau des Damenstifts in der Ludwigstraße. Für König Otto I. von Griechenland, nach Maximilian der zweite Sohn von König Ludwig I. von Bayern, errichtete er in Athen dessen Residenz und Schlossgarten. In München arbeitete er mit Leo von Klenze die Propyläen an der Westseite des Münchner Königsplatzes aus. 1853 wurde er zum Hofbauinspektor ernannt, 1872 übernahm er die Leitung der Hofbauintendanz.

Riedel zeichnete sich durch seine stilistische Vielfalt aus. Er schuf Bauten im hellenistischen, maurischen, ronanischen, gotischen sowie im Renaissance-Stil. Ludwig II. beauftragte Riedel 1868 mit der Planung und Ausführung von Schloss Neuschwanstein. Den ursprünglichen Ideen folgend entwarf er zunächst eine recht kleine Burg nach dem Vorbild der Nürnberger Burg. Die Pläne wurden letztlich verworfen. Nach einer gemeinsamen Studienreise von Riedel und Jank zur Wartburg nach Eisenach fertigte Riedel auf Wunsch des Königs neue Entwürfe an, wobei die Wartburg als Vorbild für den Neubau galt. Die Entwürfe entsprachen nun den Dimensionen der letztlich ausgeführten Burg. Bis 1874 hatte Riedel die Leitung des Projektes Neuschwanstein, ehe Georg von Dollmann die weitere leitung des Projektes übernahm.

Neben Neuschwanstein gehen auch die Entwürfe für Bauten wie die neue Universität am Münchner Karlsplatz, das Bayerische Nationalmuseum in der Maximilianstraße Münchens, die Gartenanlage von Schloss Feldafing oder die Grabkapelle Maximilians II. in der Theatinerkirche in München auf Riedel zurück. Riedel war auch für die Restaurierung verschiedener Schlösser verantwortlich.