Georg von Dollmann

Der Beamtensohn Georg von Dollmann (1830–1895) war Architekt und Ober-Hofbaudirektor unter Ludwig II. Er hatte in München studiert und trat 1854 in die Dienste der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen ein. Hier war er mit der Gestaltung von Bauwerken der Bahn beauftragt. Er war unter anderem für den Umbau des Bahnhofs von Gemünden am Main zuständig. Später wurde er Assistent von Leo von Klenze, der das Talent von Dollmanns erkannte. Von Klenze war einer der bedeutendsten klassizistischen Architekten, der mit seinen Arbeiten unter König Ludwig I. von Bayern das klassizistische Stadtbild von München prägte.

Das erste größeres eigenständige Werk von Dollmanns war die von 1866 bis 1883 erbaute neugotische Stadtpfarrkirche Heilig Kreuz in Giesing. 1868 wurde er Architekt unter Ludwig II. Hier stieg er bis zum Hofbaudirektor auf. Für Ludwig II. entwarf er einen byzantinischen Palast (unrealisiert), erweiterte die Anlage des Jagdhauses in Linderhof bis zum heutigen Schloss Linderhof, war für das neue Schloss Herrenchiemsee zuständig ebenso wie für das Königshäuschen am Schachen, das zwischen 1869 bis 1872 erbaut wurde. 1874 wurde von Dollmann die Leitung der Bauarbeiten an Schloss Neuschwanstein übertragen. Hier fiel er 1884 bei Ludwig II. in Ungnade und wurde schließlich durch Julius Hoffmann ersetzt. Danach lebte von Dollmann im Ruhestand.