August Spieß

August Spieß, am 18. Januar 1841 in München geboren (gestorben 1923), war ein Historienmaler, der zum erwählten Kreis jener Künstler zählte, die Auftragswerke für König Ludwig II. ausführen durften. Er arbeitete bis 1875 zumeinst gemeinschaftlich mit seinem Bruder, dem Historienmaler Heinrich Spieß, zusammen. In Neuschwanstein realisierte August Spieß den Bilderzyklus zur Gralssage im Sängersaal.

Seine Ausbildung beschloss August Spieß 1859 in der königlichen Kunstakademie in München, in die er im Mai 1857 eingetreten war. Sein Wirken ist in den ersten Jahren untrennbar mit dem seines Bruders verbunden. Gemeinsam malten sie eine Reihe von Kartons für die Glasmalerie Anstalt von Swertschkow und andere ähnliche Einrichtugen. Gemeinsam schmückten sie die Villa Feodora in Liebenstein des Erbprinzen in Meiningen. Für Ludwig II. schufen sie gemeinsam die Aquarelle des Bilderzykluses zu “Tristan und Isolde” und zum “Fliegenden Holländer”, die 1869 auf der Internationalen Kunstausstellung in München gezeigt wurden. Die 22 lebensgroße Fresken mit allgeorischen Figuren in der offenen Vorhalle des Maximilianeums sind ebenfalls den Brüdern zuzurechnen.

Nach dem Tod seines Bruders arbeitete August Spieß allein an den zahlreichen Aufträgen weiter. Hierzu gehören auch seine Arbeiten in Schloss Neuschwanstein, wobei er hier den Hauptbilderzyklus zu Eschenbachs Parzival-Epos beisteuerte.