Ferdinand von Piloty

Der Historien- und Genremaler Ferdinand von Piloty, am 9. Oktober 1828 in München geboren, stammt aus einer Künstlerfamilie. Bekanntheit erlangte Piloty durch eine Reihe von Gemälden, die er im Auftrag von Ludwig II. von Bayern ausführte. Für Schloss Neuschwanstein schuf er unter anderem den Bildzyklus zum Sängerstreit auf der Wartburg. Das bekannteste seiner Werke ist wahrscheinlich das lebensgroße Porträts von König Ludwig II. von Bayern in Feldmarschallsuniform, das er 1876 für den Sitzungssaal der Landtagsabgeordneten ausführte.

Pilotys gleichnamiger Vater war ein bekannter Lithograph, sein Bruder ebenfalls Maler. Seine erste Ausbildung erhielt er im Atelier des Vaters. Auf der Akademie bildete er sich weiter fort. In den Jahren nach seiner Ausbildung beteiligte sich Ferdinand von Piloty bei verschiedenen Gemäldeprojekten und schuf eine Reihe von Genregemälden. Für das Nationalmuseum erhielt er den Auftrag für verschiedene Fresken mit teils komplizierten Stoffen, wobei er sich durch stimmungsvolle Bilder Abhilfe schaffte. Zu seinen Werken im Nationalmuseum gehören u.a. “Stiftung eines Spitals”, “Der vierzehnjährige Pfalzgraf Georg Johann von Veldenz 1558 bei der Reformation der Heidelberger Universität die Dankrede hält”, “Bauernkrieg (1525)” und “Blüthezeit der freien Reichsstadt Augsburg im 16. Jahrhundert”. Im letzteren, eines der größten Werke im Nationalmuseum, zeigt Piloty seine kunstvolle Freskotechnik und überbot alle in dieser historischen Galerie mitwirkenden älteren und jüngeren Zeitgenossen. Für die historische Galerie des Maximilianeums führte er das farbenprächtige Ölbild “Heerschau der Königin Elisabeth über ihre englische Armada (1588)” aus. Auf Reisen nach Italien, Paris und Wien holte sich Ferdinand von Piloty weitere Anregungen.

Neben den besagten Werken für Ludwig II. war Piloty auch mit der malerischen Ausschmückung in den Schlössern Linderhof und Herrenchiemsee beauftragt. Ferdinand von Piloty war Inhaber der Ludwigs-Medaille für Kunst und Wissenschaft, Ehrenmitglied verschiedener Akademien, mit dem Titel und Rang eines könglichen Professors. Er starb am 21. Dezember 1895 in München.