Wilhelm Hauschild

Der Historienmaler Wilhelm Hauschild, geboren am 16. November 1827 in Schlegel b. Neurode, gehörte zu den “Auserwählten”, die für König Ludwig II., aber auch für dessen Vater Maximilian II., Aufträge in seinen Bauprojekten ausführen durften. Er schuf eine Vielzahl von Gemälden, auch für andere Auftraggeber.

Hauschild, dessen Vater ein Webermeister war, absolvierte eine Lehre als Dekorationsmaler. Zuvor hatte er sich im Gewerbe seines Vater versucht, doch dies missfiel ihm letztlich so, dass er sich von diesen Los freimachte und die besagte Lehre begann. Als freier Geselle ging er auf Wanderschaft, die ihn unter anderem nach Salzburg führte. Besonders reizvoll war für ihn aber die Residenz München. Auf Empfehlung des Malers Josef Holzmaier kam er zu Josef Schlotthauer, einem Historienmaler aus bayerischen Landeshauptstadt, der sich dem begabten Maler annahm. Später besuchte Hauschild die königliche Kunstakademie. Hier befand er sich im Kreis Gleigesinnter, zu denen E. Schwoiser, W. Roegge, Ph. Sporrer, J. Munsch, Th. Pixis, M. Adamo, K. Baumeister und zuguter letzt auch die Brüder Heinrich und August Spieß sowie Christian Jank gehörten.

Durch eine Empfehlung erhielt Wilhelm Hauschild 1857 einen Auftrag von Preußens König Friedrich Wilhelm IV. Eine figurenreiche Komposition Hauschilds, wie Moses die eherne Schlange aufrichtet, hatte auf ihn aufmerksam gemacht, eine dramatische Szene, die er für den preußischen König ausführen sollte. Für das Bayerische Nationalmuseum schuf er acht große Gemälde. Dazu gehören: “Bau der Regensburger Brücke unter Heinrich dem Stolzen (1135–46)”,”Eroberung Belgrads durch Max Emmanuel (1688)” und “Gründung des Waisenhauses zu München durch Joh. Poppel (1742)”. Weitere Gemälde aus dem Nationalmuseum zeigen Ereignisse aus dem Leben des Wittelsbachers Karl XII.

Für Ludwig II. fertigte Hauschild zunächst eine Reihe von Aquarellen, die als Vorlagen für Stickereien dienten. Für die Schlosskapelle in Berg entwarf er die Altarbilder, für das Schloss Linderhof große Deckengemälde, ebenso wie das Deckengemälde in der Spiegelgalerie von Schloss Herrenchiemsee. Gemeinsam mit Schwoiser schuf er im Torbau Neuschwansteins die “Episoden aus dem Leben der mittelalterlichen Reisigen” und die Bilder an der östlichen Giebelfront. Im Oratorium malte er die Szenen aus dem Kreuzzug von König Ludwig IX. Ebenso schuf er die Wandgemälde zu Lohengrin im königlichen Wohnzimmer sowie die Gemälde zu den Sigurd- und Gudrunsagen in den Korridoren des 3. sowie 4. Obergeschosses. Für den Thronsaal führte Wilhelm Hauschild die Fresken aus, deren Anordnung König Ludwig II. persönlich bestimmt hatte. Bei der Ausgestaltung des Thronsaals standen Hauschild andere Maler zur Verfügung, um die Ausführung der Arbeiten zu beschleunigen.

Ludwig II. hatte Hauschild als einer der ersten die neue Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. 1879 erhielt er den Titel eines königlichen Akademie-Professors.

Während der Arbeit am letzten Bild der Sigurd-Sage stürzte Wilhelm Hauschild von einem Gerüst. Er zog sich einen Schulterbruch und eine schwere Gehirnerschütterung zu. Hiervon schien er eine Folgeerkrankung zu erleiden, die ihn zwar beeinträchtige, die er aber geduldig ertrug. Am 14. Mai 1887 starb Wilhelm Hauschild in München.