Die Tannhäuser-Sage

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Tannhäuser auf dem Weg zur Wartburg, Neuschwanstein, Arbeitsszimmer des Königs, Gemälde von Josef Aigner
Tannhäuser auf dem Weg zur Wartburg, Neuschwanstein, Arbeitsszimmer des Königs, Gemälde von Josef Aigner

Die Tannhäuser-Sage geht auf einen Minnesänger zurück, der etwa 1235 bis 1270 gelebt hatte. Er entstammte aus dem salzburgischen Geschlecht Tannhausen. Der Sänger zog durch die Lande und lebte für eine längere Zeit in Wien. Auf seinen Reisen kam er bis nach Rom und Jerusalem. Sein Vermögen hat er dabei durch Frauen, Saufgelage und Luxus verprasst. Seine Minnegesänge sind einfache Lieder, gemischt mit Wörtern aus fremden Sprachen. Er wurde zu einem recht bekannten Minnesänger.

Aus der Gestalt des Minnesängers des Tannhäusers hat sich im Laufe des 15. Jahrhunderts ein Volkslied entwickelt. In der Novelle “Der getreue Ekkehart und der Tannhäuser” von Tieck und in Wagners Oper wurde der Stoff mit dem Sängerstreit auf der Wartburg verwoben. Der Tannhäuser erscheint hier in veredelter Gestalt. Wagner schließlich verwebt die Gestalt des Tannhäusers mit dem Ereignis des Sängerkrieges und der Sage um die heilige Elisabeth. In Schloss Neuschwanstein widmet sich im Arbeitszimmer ein Bildzyklus zur Geschichte der Tannhäuser-Sage.

Zusammenfassung vom Tannhäuser

Der Tannhäuser im Rausch der Sinne

Der Ritter Tannhäuser trennt sich von den Minnesängern. Auf seiner Fahrt in den Hörselberg kommt er zu Frau Venus, um bei ihr die Wunder der Liebe kennen zu lernen. In ihren Armen vergisst er lange Gott und Ehre und bleibt für ein Jahr voller Sinnesgelüste bei der Göttin. Doch dann ermattet er. Er ekelt sich vor sich selbst und bangt um das Heil seiner Seele. Die Sehnsucht zieht ihn fort. Die Göttin versucht ihn vergebens zurück zu halten. Tannhäuser ruft die Mutter Gottes (Maria) an und verlässt den Berg.

Verbannung nach dem Sangerwettstreit

Im Wald trifft er Ritter und Minnesänger, die auf dem Weg zur Wartburg sind. Sie laden ihn ein, sich an den Sängerkrieg zu beteiligen. Mit leidenschaftlicher Glut besingt er auf der Wartburg die sinnliche Liebe. Über seine Lieder bricht ein Sturm der Entrüstung aus. Doch Elisabeth, die Tochter des Landgrafen auf der Wartburg, nährt sich Tannhäuser in stiller inniger Liebe und nimmt ihn in Schutz. Damit ist sein Leben gerettet, doch Tannhäuser wird verbannt. Er zieht durch die Lande. Elisabeth gedenkt seiner in treuer Ergebenheit.

Durch Reue von den Sünden befreit

Als Büßer kommt er nach Rom. Der Papst soll ihn von seinen Sünden freisprechen. Doch die Vergebung wird ihm verweigert. Als Tannhäuser zu Frau Venus zurückkehren möchte, geschieht ein Wunder. Der Stab in seinen Händen ergrünt und treibt Blätter und Knospen. Der Papst lässt Tannhäuser suchen, doch er wird nicht gefunden. Tannhäuser ist auf dem Weg zur Wartburg. Dort richtet die ihm treu ergebene Elisabeth ihr letztes Gebet für den verlorenen Geliebten an Gott und stirbt. Tannhäuser findet sie auf der Totenbahre vor. Durch ihr heiliges Wirken wird er erlöst. Ihr Herz leuchtet auf und ihm wird bewusst, dass er eine Heiligen gewahrt.