Gawain-Sage

659

Gawain ist einer der Ritter von der Tafelrunde. Die Geschichte von Gawain ist Teil des Parzival-Epos von Wolfram von Eschenbach. Neben Parzival ist Gawain eine der Hauptgestalten des Eschenbachschen Epos’. Die Abenteuer von Gawain und die von Parzival drehen sich dabei um die gleiche Problematik: Beide Helden sind herausgefordert, die verloren gegangene Ordnung der höfischen Welt wiederherzustellen und begeben sich auf die Suche nach den Gral. Im Gegensatz zu Parzival verkörpert Gawain von Beginn an aber das ideale Rittertum, während Parzival dieses Rittertum erst Schritt für Schritt erlernt. Im Sängersaal Neuschwansteins sind verschiedene Bilder des Tribünenganges dem Gawain gewidmet.

Die Abenteuer des Gawain – Eine Zusammenfassung

Im Minnedienst der Obilot

Auf der Reise nach Ascalun erreicht Gawain die Stadt Bearosche. Bei einem Gerichtskampf soll er sich dem Landgrafen Kingrimursel stellen, der behauptet hatte, Gawain hätte dessen Vater auf der Jagd erschlagen. In Bearosche bereitet König Meljunz von Liz einen Krieg vor. Er belagert die Stadt, weil ihm Obie, Tochter des Stadthalters, sein Liebeswerben zurückwies. Obie macht Gawain zunächst zu Unrecht Anschuldigungen. Doch der Stadthalter kann diese zerstreuen und bittet Gawain um seine Unterstützung. Dieser will in die Kämpfe nicht verwickelt werden, auch wenn seine ritterliche Ehre ihm dies gebietet. Die jüngere Schwester der Obie, Obilot, überredet ihn mit kindlichem Charme.  Gawain begibt sich in ihren Minnedienst. Auf ihr Begehren geht er nur scheinbar ein, er spielt mit ihr. Für Obilot tritt Gawain in den Kampf ein und überwältigt Meljunz. Er liefert den gefangenen König an Obie aus und zeigt sich als gewandter Vermittler. Obie und Meljunz versöhnen sich miteinander. Gawain zieht weiter.

Wildes Begehren nach Antikonie

In Acalun muss Gawain ein weiteres Liebesabenteuer bestehen. Gawain trifft hier auf den König Vergulaht. Angeblich hätte Gawain dessen Vater erschlagen. Vergulaht schickt ihn zu seiner Schwester Antikonie. Die beiden begehren einander sehr, schon ihr Begrüßungskuss zeigt eine erotische Spannung. Beide begehren einander heftig und stürzen sich in ein Liebesabenteuer. Das körperliche Begehren Gawains ist heftig. Es kommt aber das Gerücht auf, Gawain wolle Antikonie vergewaltigen. Die Bevölkerung greift gegen den unbewaffneten Gawain ein. Auch Vergulaht zieht gegen Gawain in den Kampf. Da ihm Kingrimursel freies Geleit zum Gerichtskampf zugesprochen hatte, stellt sich dieser nun schützend vor Gawain. Es kommt zu schweren Wortgefechten. Doch kommt es zu einem Kompromiss. Gawain kann die Stadt verlassen. Auch in den Gerichtskampf muss er nicht treten, da seine Unschuld bewiesen wird. Schließlich erhält Gawain die Aufgabe, sich auf die Suche nach dem heiligen Gral zu begeben.

Gawains Verlangen nach der Orgeluse

Gawain ist mehrere Jahre unterwegs. An einer Linde begegnet er einer Dame, die einen verletzten Ritter im Arm hält. Er kennt die Kräuterheilkunde. Dem Ritter saugt er vergiftetes Blut aus der Wunde und gibt ihr einen Lindenzweig zur Heilung für die Wunde. Der Ritter berichtet Gawain, dass ganz in der Nähe die Burg der Orgeluse sei. Gawain begibt sich dorthin und begegnet der Herzogin Orgeluse. Gawain verliebt sich sofort in sie, doch sie gibt sich Gawain gegenüber sehr abweisend. Dennoch reiten beide miteinander aus. Orgeluse verspottet Gawain unentwegt, ohne dass sich dieser ihrem Spott erwehrt. Sie will sich Gawain dienstbar machen, um diesen für die Rache für den Tod ihres geliebten Zidegasts einzuspannen, der von König Kramoflanz erschlagen wurde. Schon viele Ritter hatte sie deshalb in ihrem Dienst, auch Amfortas gehörte dazu. Doch alle scheiterten sie. Gawain ist für sie der ideale Minnediener. Um ihre Liebe zu erlangen, schreckt er vorr keiner Aufgabe zurück.Zunächst muss Gawain einige Abenteuer bestehen.

Beim Ausritt begegnen sie dem Malkreatür, der Bruder der Gralbotin Kundrie. Gawain wirft Malkreatür vom Pferd. Sie reiten weiter, doch das Pferd des Malkreatür folgt ihnen. Auf dem Weg sammelt Gawain verschiedene Kräuter, die er dem verletzten Ritter übergibt, als sie an der Linde vorbei kommen. Dieses stiehlt Gawains Pferd als Rache dafür, dass er am Hof von Artus einst Spott erleiden musste als dieser sich wegen der Schändung einer Jungfrau verantworten musste. Gawain nimmt sich nun Malkreatürs Pferd. An einem Fluss trennen sich die Wege von Gawain und Orgeluse.

Gawains Begegnung mit dem Fährmann Plippalinot

Am gegenüberliegenden Ufer entdeckt Gawain ein Schloss, das von Jungfrauen bewohnt wird. Doch zunächst muss sich Gawain im Kampf mit dem Ritter Lischoys Gwelljus das Wiedersehen mit Orgeluse erstreiten, die sich auf der Fähre nach Terre marveile, der Zauberwelt, befindet. Gawain besiegt Lischoys im Kampf und erhält sein Pferd zurück. Er begibt sich auf die Fähre. Der Fährmann Plippalinot setzt ihn über, beherbergt ihn und erzählt Gawain von der Zauberwelt. Einer Tradition gemäß bietet Plippalinot dem Gawain seine Tochter als nächtliche Liebesgefährtin an. Gawan schlägt das Angebot aber aus. Er erweist der Orgeluse hierin seine Treue. Gawain interessiert sich auch sehr für das Zauberschloss mit dem Namen Schastelmarveil. Er fragt immer wieder, wo er nicht fragen soll. Der Fährmann antwortet zunächst nicht. Er rüstet Gawain mit einem Schild aus und rüstet ihn für den Kampf.

Gawains Bewährungsproben im verzauberten Schloss

Gawain gelangt bewaffnet in das Zauberschloss Klingsors. Er findet es verlassen vor und muss sich allein bewähren. Er nährt sich dem magischen Bett. Der verzauberte Fussboden davor ist so glatt, dass er nicht bis zu dem Bett vordringen kann. Durch einen kühnen Sprung schafft er es aber. Das Bett jagt mit Gawain darauf durch den Raum. Es will sich Gawain entledigen. Der Ritter schützt sich mit dem Schild und betet zu Gott. So kann er das Bett bezwingen. Danach muss sich Gawain weiteren Kämpfen stellen: gegen Steinschleudern und Armbrüsten,  gegen einen Riesen und gegen einen Löwen. Er beweist seine Ritterlichkeit. Erschöpft und verwundet bricht er auf seinem Schild zusammen. Gawain besteht die Gefahren im Schloss und gewinnt die Liebe Orgeluse. er hat sich in Minnediensten erwiesen, bewies taktisches Geschick und führte sein Schild im rechten Glauben. Die Fehde zwischen Orgeluse und Kramoflanz wurde befriedet. Und Gawain wird Herr über das erlöste Land.