Gudrun-Sage

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Gudrun ist eine nordische Sagenfigur, die Frau von Sigurd (Siegfried). Die Sage stammt aus der nordischen Edda und gehört zu den Nibelungensagen. Sie schließt unmittelbar an die Sigurd-Sage an. Brühnhilde hatte Sigurd aus Rache töten lassen. Nach Gudruns trauer, wählte sie sich einen neuen Mann.

König Atli lässt Högni und Gunnar töten

Nach dem Tod Sigurds vermählt sich König Atli, Brünhildes Bruder und Budla’s Sohn, mit Gudrun, die Witwe Sigurds. Nach einigen Jahren lud er seine Schwäger Gunnar und Högni zu sich. Bevor sie abreisten, versenkten sie all ihre Schätze im Rhein. Atli ließ die beiden Helden mit einem mächtigen Heer überfallen und sie gefangen nehmen. Högni wurde lebendig das Herz ausgeschnitten, Gunnar aber wurde gefesselt in den Schlangenhof geworfen. Mitleidig hatte ihm Jemand eine Harfe gereicht, und diese schlug er mit den Zehen, da seine Hände gefesselt waren. Die Schlangen schlummerten nun alle ein, ausgenommen eine Natter, welche sich durch seine Brust ein Loch nagte, und sich mit dem Kopf an seine Leber hing, bis er tot war.

Gudrun läßt Kinder Atlis ermorden und wirft sie ihm zum Fraß vor

Um ihre Brüder zu rächen, ermordete Gudrun zwei von Atli’s Kindern. Sie ließ aus ihren Hirnschalen Trinkgefäße machen. Bei dem Totenmahl der Nibelungen wurde dem König in diesen Bechern Met gereicht, der mit dem Blut seiner Kinder vermischt war. Deren Herzen wurden ihm gebraten zum Essen vorsetzen. Als es er gespeist hatte, sagten sie es ihm mit harten unlieblichen Worten. Als alle schliefen, ermordete sie den König mit Hilfe von Högni’s Sohn. Sie verbrannte den Palast und entfloh zur See, um sich hineinzustürzen und ihren Tod darin zu finden.

Gudrun wird Gattin von Jonakur, Jormunrekur lässt seinen Sohn wegen einer Intrige Bikis erhängen

Sie wurde aber gerettet und zu König Jonakur gebracht, der sie zur Gattin nahm und drei Kinder von ihr erhielt: Saurli, Hamdir und Erpur hießen. Neben diesen wurde auch Gudruns und Sigurds Tochter, Swanhildur, erzogen. Von allen Frauen war sie die schönste. Der König Jormunrekur ließ sie daher von seinem Sohn Randwer für sich umwerben. Er erhielt sie und wollte sie nun zu seinem Vater geleiten. Aber Biki, des Königs Ratgeber und Randwers Begleiter, sagte, es wäre besser, wenn Randwer das schöne Mädchen für sich behalte. Sie seien beide jung, der Vater aber für sie zu alt. Der boshafte Biki berichtete davon dem Könige und dieser befahl seinen Sohn zu erhängen. Bevor dies geschah, rupfte Randwer einem Falken die Federn aus und sandte dies Sinnbild dem Vater. Dieser erkannte daran, dass er nun hilflos sei wie der Falke, und dass bei seinem Alter, ohne Erben, das Reich zerstört sei. Aber auch Swanhilde musste sterben, denn als Jormunrekur von der Jagd heim kam und Swanhilde beim Haarwaschen saß, ließ er sein Gefolge über sie hinreiten und sie unter den Hufen der Rosse zertreten.

Gudrun rächt sich an Jormunrekur, ihre Söhne erleiden allesamt den Tod

Gudrun vernahm dies mit Entsetzen. Sie trieb ihre Söhne an, ihre Schwester zu rächen. Sie erhielten so starke Panzer und Helme, dass kein Eisen daran haftete. Gudrun gab ihnen den Rat, nachts, wenn der König schliefe, ihm Hände und Füsse abzuschlagen. Erpur sollte ihm dann aber ihm den Kopf abzuschneiden. Auf der Reise fragten die beiden Brüder ihren dritten, Erpur, was er tun würde, wenn sie König Jormunrekur fänden. Erpur antwortete: Er würde ihnen so viel helfen als die Hand dem Fuß. Saurli und Hamdir meinten, dies sei sehr wenig. Ihren Unmut auf Gudrun zu zeigen, die sie mit bösen Worten in Kampf und die Gefahr getrieben hatte, wollten sie Erpur töten. Doch Saurli stolperte und wäre beinahe gefallen, wenn er sich nicht mit den Händen gestützt hätte. Er meinte, jetzt bedürfen die Füsse der Hände! Es wäre doch besser, wenn Erpur nicht erschlagen würde!

In der Nacht gelangten sie zu König Jormunrekurs Schlafzimmer und hieben ihm Hände und Füsse ab, worauf er entsetzlich schrie. Da sagte Hamdir, nun soll der Kopf abgeschlagen werden, wenn Erpur noch leben würde! Die herbeieilenden Diener suchten die Mörder zu töten, doch an ihren Panzern haftete kein Eisen. Da befiel Jormunrekur, man solle sie steinigen. Saurli und Hamdir fielen. So ging das ganze Geschlecht der Nibelungen unter.