Friseur Hoppe in Neuschwanstein – Friseur und Vertrauter von König Ludwig II.

Friseur Hoppe war auf Schloss Neuschwanstein einer der innigsten Vertrauten von König Ludwig II. von Bayern und er ist ein Zeuge dafür, dass der König nicht wahnsinnig war. In seinen letzten Jahren ließ der Märchenkönig die Vertreter seiner Ministerien und seine Kabinettssekretäre kaum noch persönlich vor. Verkehrt wurde schriftlich. Friseur Hoppe aber gehörte zu dem auserwählten Kreis, der auf Neuschwanstein bis zum Schluss unumschränkten Zugang zum König hatte. Und noch mehr: Seinen Hoffriseur beauftragte der „Kini“ sogar damit, ein neues Kabinett zu bilden. Dies war einer der Gründe, warum man auf die Entmündigung des Monarchen drang und ihn für wahnsinnig erklärte. Dass Ludwig II. niedere Bedienstete mit Regierungsgeschäften beauftragte, war ein absolutes No-Go.

In den letzten Stunden des Königs auf Neuschwanstein, ist Friseur Hoppe ein treuer Begleiter des Königs. Als am 10. Juni 1886 eine Staatskommission in Neuschwanstein vor dem Schlosstor auftaucht, um den König die Entmündigung offiziell mitzuteilen, kann Ludwig II. deren Vordringen zwar noch verhindern, dennoch schmerzt es ihn zutiefst, dass man ihn für wahnsinnig erklärt hat. Dies bestätigte Friseur Hoppe, der gegen 7 Uhr das Gasthaus Alpenrose in Hohenschwangau betrat, einem unbekannten Augenzeugen. „Haben Sie mich denn schon jemals verrückt gesehen?“, soll der König Hoppe gefragt haben. Auch in anderen Berichten wird Hoppe auf Neuschwanstein erwähnt. So soll der König in seiner Verzweiflung geäußert haben, Hoppe solle ihn am folgenden Tag in der Pöllatschlucht suchen, wenn er zum Frisieren kommt. Als der König sich weiter mit Selbstmordgedanken plagt, fragt er den Friseur, ob er denn nicht Cyankali hätte oder besorgen könnte, was dieser verneinte.

Friseur Hoppe war treuer Anhänger des Königs. Dies bestätigt auch Fürst Philipp zu Eulenburg-Hertefeld, der seit 1881 Kunde Hoppes war und sich nach dem Tod mit dem Friseur unterhielt. Hoppe glaubte, dass nur die unseligen Geldprobleme den König ins Verderben geführt hätten. Ludwig II. sei zwar fehlgeleitet gewesen, aber eben nicht wahnsinnig. Weiter meint Hoppe: „Man hatte dem König eingeredet, dass man ihn auspfänden würde, und davor hatte er diese Todesangst. Das waren immer die Kanaillen Hesselschwert, Mayr und die Kammerdiener, die ihn ängstigten. Ich riet öfters dem König, er möge doch irgendeinen Mann, einen Adjutanten, oder etwas ähnliches wie einen Minister, zu sich nehmen, aber dann sagte er nur: ‚Hoppe, Sie sind immer sentimental.‘ Die Ausdrücke, die er überhaupt hatte – auch wenn er von den Ministern sprach – sind in keinem Lexikon zu finden, die kann man gar nicht wiederholen.“

Auch wenn Hoppe dies nie zugab, muss der König in wohl reich beschenkt haben. Es ist bekannt, dass Ludwig II. oft großzügig war. Seinen Diener Weber erhielt großzügige Geld- und Sachgeschenke, auch Hoppe bot der König 10.000 Mark als Geschenk an, die der aber nie bekam. Dennoch konnte sich der Friseur des Königs in Starnberg für seine Familie eine Sommerwohnung nehmen. „Dieser Luxus eines bisher recht bescheidenen Friseurs dürfte wohl auf einige königliche Geschenke zurückzuführen sein“, deutete Eulenberg.